Der Zweite Weltkrieg in Nicorps: Lokale Geschichten, Panzerdivisionen & Operation Cobra 🇫🇷⚔️

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Erstveröffentlichung: August 2025

Letzte Aktualisierung: November 2025

Ein Aufenthalt bei Holidays-Normandy bedeutet, in ein Dorf voller Geschichten einzutauchen – darunter auch solche aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Nicorps noch heute nachhallen.

Fragen Sie in Nicorps herum, und Sie werden die Erzählungen hören. Unser Nachbar, der in unserem Haus geboren wurde (bevor er nebenan einzog), war Teil dieser Geschichte und berichtet davon – flüsternde Erinnerungen an das Überleben, an das Verstecken im Dunkeln, an Panzer, die in der Nacht durch das Dorf rumpelten. Eine dieser Geschichten? Sie spielte sich direkt unter unseren Füßen ab – im Keller von La Ruche, direkt neben dem heutigen Gîte Ursula.

🪖 Nicorps: „Das Krähennest“ der Normandie

Der Name Nicorps stammt vom lateinischen Nidus Corvorum, was „Krähennest“ bedeutet. Ein poetischer Name – und im Zweiten Weltkrieg ein strategischer. Dieses kleine Dorf auf einer Anhöhe in der Nähe von Coutances wurde im Sommer 1944 zu einem wichtigen Beobachtungspunkt und Zwischenlager, als D-Day die alliierte Befreiung der Normandie einleitete.

Nicorps war kein Schauplatz in den Zeitungen. Kein Strand. Und doch spielte es eine Rolle. Die erhöhte Lage bot einen weiten Blick über das normannische Umland, und Hecken, Scheunen und Feldwege boten ideale Deckung für Soldaten und Versorgungsrouten. So wurde das Dorf vorübergehend – und tragischerweise – zur Heimat einer der berüchtigtsten Einheiten des Krieges.

Im Juni und Juli 1944 wurde Nicorps von der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ besetzt, einer Einheit der Waffen-SS. Die Soldaten waren jung, schlecht ausgebildet und mangelhaft ausgestattet – aber stark ideologisiert und entschlossen, die alliierte Invasion von den D-Day-Stränden aufzuhalten.

Warum wählten die Nazis Nicorps?

  • 📍 Strategische Höhenlage: Ein Panoramablick – perfekt zur Überwachung von Truppenbewegungen.
  • 🛡️ Versteckt und zugänglich: In der Nähe von Coutances und doch abgeschieden genug, um Deckung zu bieten.
  • 🌾 Verstecke für Panzer: Felder und Hecken boten Tarnung vor alliierten Bombern.

Augenzeugen berichteten von getarnten Fahrzeugen in Scheunen, Schützengräben hinter Hecken und Kolonnen, die sich nachts bewegten, um der Luftaufklärung zu entgehen.

🚀 Operation Cobra & der Durchbruch in der Normandie

Ende Juli steckte die Schlacht um die Normandie fest. Die Alliierten hatten Omaha, Utah und Gold Beach überwunden, doch in der Heckenlandschaft bei Saint-Lô tobten erbitterte Gefechte.

Am 25. Juli 1944 starteten die Amerikaner Operation Cobra: einen massiven Luftangriff, gefolgt von einem großangelegten Bodenvorstoß. Fast 3.000 Flugzeuge bombardierten deutsche Stellungen – einer der heftigsten Luftschläge an der Westfront.

Nicorps wurde nicht direkt getroffen, aber die Erschütterungen waren deutlich spürbar. Die Felder bebten. Häuser zitterten. Und die 17. SS-Division erlitt schwere Verluste. Ihre Einheiten um Coutances – einschließlich Nicorps – mussten sich zurückziehen.

Doch sie hinterließen Spuren.

🕯️ Versteckt im Keller von La Ruche

Während oben Panzer rollten, suchten unten Menschen Zuflucht. Die Familie unseres Nachbarn – und andere – versteckten sich im steinernen Keller von La Ruche. Kein Licht. Keine Ahnung, wie lange sie bleiben mussten. Nur das Wissen, dass es draußen nicht sicher war.

  • ⛓️ Schutz vor deutschen Kolonnen, die nachts vorbeifuhren
  • ✈️ Schutz vor Bombenangriffen über dem Tal
  • ⚔️ Das Knattern der Gefechte – manchmal nur eine Hecke entfernt

Stundenlang herrschte absolute Stille. Manchmal tagelang. Die dicken Steinwände von La Ruche – einst als Wohnhaus erbaut – wurden zum Bunker. Alle überlebten. Aber die Erinnerungen blieben.

Und dann ist da noch der Teich. Heute ein friedlicher Ort mit Libellen, Enten und gelegentlich einem Lama. Aber 1944 diente er zur Entsorgung von leeren Patronenhülsen und zerstörtem Kriegsmaterial. Nach dem Krieg wurde einiges geborgen. Doch manchmal frage ich mich, was da noch liegt. Einen Panzer habe ich bisher nicht gefunden – noch nicht…

🕊️ Die Befreiung von Nicorps

Anfang August 1944, kurz nach Operation Cobra, wurde Nicorps befreit, als alliierte Truppen durch Coutances und weiter durch die Manche vorrückten. Die Deutschen zogen sich zurück. Die Panzer verschwanden. Stille kehrte ein.

Was blieb, war Trauma – aber auch Widerstandskraft. Familien bauten wieder auf. Felder wurden neu bestellt. Häuser repariert. Und langsam kehrte das Leben zurück. Doch das Vergangene wurde nicht vergessen.

📖 Übernachten, wo Geschichte geschrieben wurde

Ein Aufenthalt im Gîte Ursula bedeutet nicht nur Ruhe – sondern auch eine Nacht an einem authentischen Ort des Zweiten Weltkriegs in der Normandie. Kein Museum. Keine Kulisse. Sondern echtes Leben. Die Geschichten liegen hier in der Luft, in den Steinen, im Boden.

  • Besuchen Sie die Kellertür von La Ruche – noch heute da, nur wenige Schritte vom Gîte entfernt
  • Wandeln Sie auf denselben Feldern, über die einst Panzer rollten – heute voller Kühe, Pferde, manchmal Lamas (!) und Stille
  • Erleben Sie, wie die D-Day-Strände mit den befreiten Dörfern verbunden sind

Dies ist die stille Seite des D-Day. Ohne Fahnen. Ohne Pomp. Nur Erinnerungen. Und das Gefühl, genau dort zu stehen, wo Geschichte geschah.

🧭 Was gibt es in der Nähe zu entdecken?

Wer den Zweiten Weltkrieg in der Normandie erkunden möchte, findet in Nicorps den idealen Ausgangspunkt. In nur 45–60 Minuten erreichen Sie:

  • Die D-Day-Strände – Utah, Omaha, Gold und die Klippen von Pointe du Hoc
  • Den amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer
  • Deutsche Kriegsgräberstätten in Marigny und Orglandes
  • Gedenkstätten und Museen in Saint-Lô, Sainte-Mère-Église und Bayeux
  • Écomusée de la Libération – ein ländliches Museum über das Alltagsleben im Krieg bei Gavray

Doch die eindrucksvollsten Momente erlebt man oft direkt hier. Ein Spaziergang durch Nicorps. Ein stiller Abend auf der Terrasse. Ein Blick über das Tal, wo einst Panzer versteckt waren. Die Geschichte des D-Day lebt hier weiter.

💚 Möchten Sie mehr über D-Day und die Schlacht in der Normandie erfahren?
Entdecken Sie Strände, Denkmäler, Museen, persönliche Berichte und vergessene Orte in unserer D-Day & WWII Blogserie – wo große Geschichte auf kleine Dörfer wie unseres trifft.

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